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Tagebuch Tagebuch

its wasting me away

Lena - 03.04.2007 - 23:23 Uhr

gerade hat derek meredith gesagt dass er sie liebt.
das war der schönste moment des tages.
ich bin ein freak. ich bin bekloppt. aber liebenswert, meistens.

sonntag, sonntag, der ist fein.

Lena - 01.04.2007 - 23:50 Uhr

flohmarkt. der erste im jahr. und natürlich voll im sinnlos-kaufrausch.

erstanden habe ich:

- ein rosa fahrrad mit pinkem ledersattel
- eine güldene armbanduhr die nicht geht aber gut aussieht
- 3 sehr plastische kinder-donald duck und goofy- becher
- einen weißen gürtel
- einen clown-anstecker der wieder alle klamotten durchstehen und
kaputtmachen wird
- eine mindestins zwanzig jahre alte schrullige umhängetasche, erstanden
von einer verkäuferin die immer noch "gerne diese bunten hosen trägt"

bei der roten kindersonnenbrille mit autos war ich dann doch vernünftig.

erstanden hat meine sonntagsbegleitung:

- zwei sehr muffelige alte tchibo-döschen
- eine viel zu kleine schwarz-güldene tussenhandtasche die sie als
brillenetui nutzen und neben dem badezimmerspiegel aufhängen wird
- eine uhr mit omafliesen ringsherum
- eine 4you-sporttasche für ihre mutter
- auch eine schrullige umhängetasche von der karottenhosenfrau
- güldene kerzenständer
- irgendwelche französische schildchen

auf der spontan entstandenen einkaufsliste befand sich noch
ein "agenten"brettspiel, hat dann unsre kapazitäten aber doch im end-
effekt überschritten.

soviel zum wort zum sonntag.
ganz kiel riecht nach frisch gebackenen keksen. ich glaube ich habe mich selten in diesen straßen so wohl gefühlt wie heute. aber gleichzeitig war ich irgendwie betrübt, weil ich alleine ging. ich wünschte jemand wär an meiner seite gegangen und ich hätte sagen können: "riech doch mal, das riecht hier nach frisch gebackenen keksen."
dann bin ich bus gefahren. und da habe ich omas gesehen. die haben über ihre toiletten geredet und dass die eine ja für die andere viel zu hoch sei und wenn sie sich draufsetze wär das ja eine qual für sie. da wünschte ich, sie würden über was anderes reden. über verdammt nochmal irgendwas was für irgendwas von wirklicher bedeutung ist. denn ich war mir so sicher, dass sie sich nie über was anderes unterhalten als toiletten und kloputzmittel. sowieso habe ich oft das gefühl alte leute hören irgendwann auf zu denken. dann sah ich eine andere alte frau. sie saß mit zusammengefalteten händen zusammengekauert auf ihrem sitz. sie hat ihre beiden daumen kreisen lassen. ich habe sie nur schräg von der seite gesehen und ihr gesicht blieb mir verborgen. doch aus irgendeinem grund hätte ich schwören können dass sie traurig ist. dass sie tief in gedanken versunken dort sitzt, zusammengekauert. und ihr leben beschissen findet. irgendwie hat mich diese alte frau berührt. ich wollte dass sie glücklich ist. ich wollte dass sie wenigstens so ist wie die toilettenlocken.
Clox: Was ist das, Idotz, was ist das? Lehrer fragt:
Was ist das? Der Idotz zeigt auf und sagt: Herr
Lehrer, das ist ein JAKOBSSTAB. Der Lehrer sagt:
Fast, Idotz, fast. Auf den ersten Blick sieht es
so aus wie ein Jakobsstab. Aber es ist mehr, es
ist viel mehr als das. Dieses rostige Stück aus
dem Museum ist der Schlüssel zu einem freien Geist.
Er hilft mir, mich loszumachen von allem, von
allem, von ALLEM, ich halte die absolute Freiheit
in der Hand. Nichts, was war, ist von Bedeutung,
ich bin der Schöpfer einer neuen Welt und das
TÄGLICH TÄGLICH STÜNDLICH STÜNDLICH SEKÜNDLICH
SEKÜNDLICH JEDE SEKUNDE EINE NEUE WELT!!!
Dann nahm Clox das Gerät, das früher ein Jakobsstab war
und jetzt die absolute Freiheit, uns warf es mit voller
Wucht aus dem Fenster. Klappte zusammen und heulte. Ein
Häufchen Elend krümmmte sich in der Ecke, wand sich in
Krämpfen, winselte, und ich durfte alles mitansehen.

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